"Das war mein schönster Tag" 

„Das war mein schönster Tag“, bedankte sich Dzemil Hot, bei Anita Reichert vom BSK-Bereich Mittelmosel e.V. Dzemil Hot ist 17 Jahre alt und lebt gemeinsam mit seiner Mutter und seinen zwei jüngeren Schwestern in Bobstadt am Rhein.

Dzemil hat Muskeldystrophie, eine Erkrankung die zunehmend die Muskeln des Körpers schwächt. Es gibt verschiedene Formen dieser Muskelerkrankung und Dzemil hat die schlimmste von allen. Die Lebenserwartung ist erheblich eingeschränkt, da auch die Atemmuskulatur betroffen ist.

Dzemil ist ein sehr lebensfroher Junge. Die Hip Hop Musik beschreibt er als seine große Leidenschaft. Zu seinen Interessen gehören Hip Hop Klamotten und Computerspiele.

Norbert Edlinger, 2. Vorsitzender des Fördervereins der Grundschule Zeltingen-Rachtig stellte über Anita Reichert (BSK) den Kontakt zu Dzemil Hot her.

Mit einem Teil aus dem Erlös ihrer jährlichen Sternwanderung, haben die Grundschüler der Klasse 4b dem schwerbehinderten Jungen einen „wunderschönen“ Tag beschafft.

 „Das ist traumhaft“, sagte Dzemil, als er am 05.11.2008 zu einem Besuch in der Schule eingeladen wurde. Das gemeinsame musizieren mit den Viertklässlern und Schulleiter Daniel Gräf bereitete ihm große Freude. Mit Begeisterung integrierten die Kinder Dzemil und fragten ihn neugierig nach seiner Lebenssituation und seinen Interessen.

„Wie nett ihr alle zu mir seid, so toll habe ich mir den Besuch nicht vorgestellt, ihr seid cool drauf, schwärmte er, als die Kinder ihm ihre beiden selbstzusammengestellten CDs, einer gebastelten Laterne und kreative selbstgemalte Bilder übereichten. Auf der Frage, wie er sein Leben meistert, entgegnete er völlig entspannt und gelassen „Ich nehme alles wie es ist!“.

Für eine weiteren Höhepunkt sorgte Herr Edlinger, der ihm einen Umschlag mit Geld sowie einem seiner gewünschten Computerspiele übereichte.

Dzemil bedankte sich dafür herzvoll und fuhr sogleich gemeinsam mit Frau Reichert in das barrierefreie Kaufhaus Bungert nach Wittlich, wo er ebenfalls wie selbstverständlich, sowohl freundlich als auch führsorglich empfangen und beraten wurde.

Mit der Geldspende kaufte er sich T-Shirts, eine warme Jacke und mehrere Baseballcaps , die er sich schon lange wünschte.

„ich fühle mich wie im Paradies“, schwärmte er, als ihm die nette Verkäuferin bei der Auswahl beriet.

Die Beförderung von Dzemil von seinem Heimatwohnort Bobstadt bei Worms zu den Schülern der Grundschule an die Mosel und zurück übernahm Anita Reichert.

Die Freude hielt bei Dzemil noch lange an: Auf der Heimfahrt bestätigte er Frau Reichert „Das war mein schönster Tag, so muss das Paradies sein.“

Für Anita Reichert steht fest: „Hier konnte der BSK mit der Unterstützung der Schule unbürokratisch und schnell einem schwerstbehinderten Jungen eine große Freude machten.

Sie findet es toll, dass die Viertklässler, die Schule und der Förderverein Dzemiel unterstützen und hofft, dass weitere Schulen diesem vorbildlichem Engagement nacheifern und den unzähligen Hilfebürtigen ermöglichen, ihr Leben durch positive Augenblicke zu verschönern.

Anita bedankt sich bei den Teilnehmern, die diesen erfolgreichen Tag mitgestalteten: „Genau das sind solche Augenblicke, die das Zusammenleben und die Integration unserer hilfebedürftigen Mitmenschen erfolgreich vorantreiben!“

Die Schüler begrüßen den schwerbehinderten Dzemil in ihrer Schule
"Selbstbestimmt leben in einer Welt ohne Barrieren"